Waizmann   Lexikon

Definition Brillenversicherung



Eine Brillenversicherung, auch Sehhilfeversicherung genannt, ist eine private Krankenzusatzversicherung. Je nach Versicherer bzw. Tarif sind neben generellen Leistungen für Sehhilfen, wie Gleitsichtbrillen, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen auch Leistungen für Augenlaser-Behandlungen (z.B. LASIK) als auch Vorsorgeuntersuchungen, zur Früherkennung von Augenerkrankungen, beinhaltet. Einige Tarif leisten zudem auch für Hörgeräte und weitere Hilfsmittel.

Abschlusszeitpunkt - WANN sollte man eine Brillenversicherung abschließen?


Die Sehfähigkeit eines Menschen ist sehr individuell. Dementsprechend lassen sich nur sehr schwer Ableitungen treffen, wann genau der richtige Zeitpunkt für den Abschluss einer Sehhilfe-Versicherungs ist.
Grundsätzlich lässt sich aber mit zunehmendem Lebensalter eine Verschlechterung der Sehleistung feststellen. Gerade ab dem 35ten Lebensjahr erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Altersweitsichtigkeit dramatisch, dementsprechend lohnt sich hier der Abschluss einer Zusatzversicherung für Brillen besonders. Kommt zu dieser altersbedingten Weitsichtigkeit noch eine Kurzsichtigkeit hinzu, benötigt man eine Gleitsichtbrille, die schnell mehrere hundert Euro kostet. Auch die Herausforderungen unserer modernen Gesellschaft wirken sich zunehmend auf unsere Sehfähigkeit aus und machen immer häufiger Arbeitsplatzbrillen erforderlich.
Ist die Sehschwäche erst einmal diagnostiziert und/oder wurde ein Brille bereits empfohlen, ist der Versicherungsfall bereits eingetreten und kann damit auch nicht mehr versichert werden.
Deshalb empfehlen wir eher früher als zu spät eine Brillenversicherung abzuschließen um nicht alleine auf den Kosten für eine Sehhilfe (wie z.B. Gleitsichtbrille, Kontaktlinsen und Sonnenbrille) sitzen zu bleiben.


Kinderbrille - Macht der Abschluss einer Brillen Versicherung für mein Kind Sinn?


Die gesetzlich Krankenkasse übernimmt einen Teil der Kosten für die Sehhilfe Ihres Kindes im Rahmen der vorgesehenen Festzuschüsse, die sich je nach Alter Ihres Kindes und Glasstärke auf 10 € bis 112 € (je Brillenglas) belaufen.
Allerdings zahlt die GKV nicht für das Brillengestell, welches für Kinder- und Jugendliche aus ästhetischen Gründen oft sehr wichtig ist. Zudem legen Eltern zunehmend Wert auf qualitativ hochwertige Gestelle die robuster sind und nicht bei jedem Sturz Schaden nehmen. Auch im Verlust- oder Schadensfall springt die Brillenversicherung wieder für den Ersatz der besseren Variante ein. (Innerhalb der etwaigen Begrenzungen)

Prismenbrille - Winkelfehlsichtigkeit mitversichern



Bei Winkelfehlsichtigkeit oder auch Heterophorie genannt handelt es sich um ein latentes Schielen, was durch ein Ungleichgewicht der Augenbewegungsmuskeln verursacht wird. Deshalb können Menschen mit einer Winkelfehlsichtigkeit die Seheindrücke beider Augen nur unter Anstrengung miteinander zu einem Bild verschmelzen lassen. Auch wenn ca. 75% aller Menschen von einer Winkelfehlsichtigkeit betroffen sind, so treten nur bei ca. 30% spürbarer Sehstress und Probleme dadurch auf. Diese Probleme reichen von Kopfschmerzen über verschwommenes Sehen bis hin zu einer Überanstrengung der Augen aus der eine Konzentrationsschwäche resultiert, die sich auf Schule oder Beruf auswirken kann. Speziell bei Kindern mit Konzentrationsschwierigkeiten oder Lernschwächen kommt eine Winkelfehlsichtigkeit immer wieder zur Sprache. Man geht davon aus, dass sich diese Probleme von einer sogenannten Prismenbrille, deren Kosten sich auf ca. 450 € belaufen können, deutlich bessern oder auch beheben lassen. Allerdings leisten nicht alle Sehhilfeversicherungen für eine solche Brille, da sowohl die Fehlsichtigkeit selbst, wie die Korrektion mit prismatischer Wirkung - trotz der vielen Erfolge - weiterhin umstritten ist.